Hamburger Frauenpolitik



Beitrag – 14.03.2016

Internationaler Frauentag in Hamburg

Unter dem Motto "Frauen bewegen heute" war die Woche rund um den Internationalen Frauentag rundum gefüllt mit Veranstaltungen zu Frauen in Hamburg und überrall.  Der ausverkaufte Film Suffragetten - er wurde in beiden Kinos im Abaton gezeigt - zeigte noch einmal eindrücklich den Kampf der Frauen der ersten Frauenbewegung.

Für mehr Infos www.frauentag-hamburg.de

Beitrag – 14.03.2016

Frauen im Blick

Am 7. März fand wieder die Veranstaltung "Frauen im Blick" in der Handelskammer Hamburg statt.  Die Initiatorinnen vom Landesfrauenrat Hamburg e.V., von Schöne Aussichten – Verband selbständiger Frauen e.V. sowie von der Handelskammer Hamburg, der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und der Industrie- und Handelskammer Stade konnten 30 Verbände und rund 650 Besucherinnen in der Handelskammer Hamburg begrüßen. Mehr Informationen unter

www.frauen-im-blick

www.business-on.de

Beitrag – 03.06.2015

KiTa-Streik

Im Kontext des sog. KiTa-Streiks hat der Landesfrauenrat Hamburg e.V. an die in Hamburg betroffenen Gewerkschaften GEW, komba und verdi folgende Unterstützungs-Botschaft verschickt:

Der Landesfrauenrat Hamburg, mit über 60 Mitgliedsverbänden, die größte politische Frauenlobby in Hamburg, unterstützt die Forderung nach einer fairen und angemessen Bezahlung von Erziehungs- und Sozialberufen.

Die erzieherischen und sozialen Berufe gelten als typische Frauenberufe und werden dementsprechend schlecht bezahlt. Der niedrige Lohn ist auch oft Ausdruck von fehlender Wertschätzung der Tätigkeit.

Dies ist nicht akzeptabel. Erzieher_innen leisten einen immens wichtigen Beitrag in und für unsere Gesellschaft.

Sie verdienen mehr Anerkennung, die sich auch in Geld ausdrücken muss – jetzt!

Viel Erfolg im Kampf!

Beitrag – 22.01.2015

Zur Bürgerschaftswahl 2015 hat der Landesfrauenrat wieder Wahlprüfsteine mit folgendem Text an die kandidierenden Parteien in Hamburg geschickt:

Hamburg wählt am 15. Februar eine neue Bürgerschaft. Der Landesfrauenrat Hamburg fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf,  von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und an der Wahl teilzunehmen. Nur Partizipation macht Mitbestimmung in der Politik möglich.

Die Bürgerschaftswahl 2015 findet statt vor dem Hintergrund bedrohlicher außen- und sicherheitspolitischer Entwicklungen. Niemand weiß, was in Russland, der Ukraine passieren wird. Dazu kommen schwierige wirtschaftliche Entwicklungen europaweit, die auch uns in Hamburg betreffen. Und schließlich: die Ungleichheit wird dramatischer. Die OECD sieht 40% der Bevölkerung von Armutsproblemen und  sozialen Risiken bedroht. Alleinerziehende Frauen und ältere Frauen spüren das täglich.

Zu folgenden Fragen erbitten wir Antworten:

Wie wollen Sie zur Armutsreduzierung in Hamburg, besonders der alleinerziehenden und älteren Frauen beitragen?

Gewalt gegen Frauen verletzt milliardenfach das Recht der Frau auf ihre Würde und Unversehrtheit. Auch in Hamburg ist jede 4. Frau Gewalt ausgesetzt, vor allem häuslicher Gewalt. Das Landesaktionsprogramm schützt Opfer. Wichtig sind präventive Maßnahmen. Wie wollen Sie in Hamburg dazu beitragen, Gewalt aus menschlichen Beziehungen zu verbannen und Gewaltfreiheit als Teil der Kultur Hamburgs zu etablieren?

Was erwarten und planen Sie im Zusammenhang mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm für die nächste Legislaturperiode? Wie bewerten Sie bisherige Erfolge, wo sind künftige Schwerpunkte?

Wohnen und Verkehr in der Großstadt: zwei Herausforderungen für Frauen mit Kindern. Welche politischen Planungen verfolgen Sie wie z.B. bezahlbarer Wohnraum, Entlastung Alleinerziehender, Mehrgenerationenhäuser, mehr und günstiger ÖPNV, bessere Taktzeiten tagsüber im ÖPNV?

Wesentlich mehr Frauen als Männer arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Was kann dagegen getan werden? Wie wollen Sie gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit durchsetzen?

Hier die Antworten der Parteien in der Bürgerschaft:
B90/Grüne   CDU   FDP   LINKE   SPD

und anderer Parteien:
AfD   Neue Liberale   ÖDP   Piratenpartei

Beitrag – 01.05.2014

Europawahl 2014

Hingehen - mitreden - mitbestimmen

Wir stellen die Gretchenfrage: Wie hältst du´s mit der Gleichstellung?

  1. In Wirtschaftskrisen verlieren Frauen oft als erste ihre Arbeitsplätze. Ist die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen, verbunden mit einer Deregulierung des privaten Sektors, der richtige Weg für eine starke Wirtschaft? 

  2. Besonders viele Frauen arbeiten im Niedriglohnsektor, auch oft in Leiharbeitsverhältnissen. Sehen Sie die sog. Selbstheilungskräfte des Marktes als ausreichend an oder halten Sie einen europaweiten Mindestlohn für notwendig?

  3. Frauen haben in der Bildung nicht nur aufgeholt, sondern oft die besseren Schul- und Hochschulabschlüsse. Im beruflichen Fortkommen spiegelt sich das aber nicht wider. Was wollen Sie in Europa für eine gerechte Besetzung auch höherer Positionen tun? Brauchen wir Quoten?

  4. Meist kümmern sich Frauen darum, welche Nahrungsmittel und Konsumartikel ins Haus kommen, und sorgen sich um deren Qualität, die oft nicht leicht zu überprüfen ist.  Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor schädlichen Lebensmitteln und giftigen Gebrauchsgegenständen? Welche Regelungen halten Sie bei grenzüberschreitendem Güterverkehr für notwendig? Sollten die Inhalte von Handelsabkommen öffentlich zugänglich sein?

  5. Als Klein- und Durchschnittsverdienerinnen tragen Frauen zum Steueraufkommen bei, oft sogar überproportional durch die Steuerklasse V. Großverdiener und Konzerne mindern oder vermeiden die Steuerzahlung im Inland völlig, obwohl hier die Gewinne erwirtschaftet wurden. Oft geschieht dies nicht einmal mit echter Wertschöpfung, sondern mit spekulativen Geldgeschäften, die nur wenigen Gewinne bringen, uns Steuern Zahlenden aber die Risiken auflasten. Welchen Regelungsbedarf sehen Sie?  Brauchen wir eine Steuer auf Geldgeschäfte?

 Die Antworten der KandidatInnen finden Sie hier

Beitrag – 18.03.2013

"Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm für Hamburg"

18. April 2013

Das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm 2013–2015 des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg liegt jetzt vor.

 

Hier können Sie das vollständige Rahmenprogramm downloaden

Beitrag – 10.01.2012

Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. fordert einen Beteiligungsprozess zur Erstellung und Umsetzung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogrammes mit allen frauenpolitisch relevanten Gruppen.

In einer geschlechtergerechten Gesellschaft sind die Chancen und Verpflichtungen gleich verteilt und alle Menschen können ein selbstbestimmtes Leben entsprechend ihren persönlichen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Wünschen führen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist selbstverständlicher Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft und aller staatlichen Tätigkeit.
Gleichstellung bedeutet die Herstellung von Gerechtigkeit unter Berücksichtigung der durch Geschlechterrollen bestimmten Unterschiede, insbesondere der sozialen, ethnischen oder altersmäßigen.

Damit Politik und Verwaltung bei ihren Entscheidungen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen von Frauen und Männern berücksichtigen, werden Personal und Mittel effektiver und effizienter eingesetzt.

Traditionell waren Frauen stets alle Aufgaben der Haus- und Familienarbeit zugewiesen sowie die der Sorge für ihre und ggf. die Verwandten ihres Mannes.
Eigene Erwerbsarbeit hatte zurückzustehen, galt allenfalls als Überbrückung bis zur Ehe oder als Nebenverdienst und wurde entsprechend gering geschätzt, wird auch heute noch geringer bezahlt. Heute findet sich jedoch neben den Forderungen von Frauen auch schon die Bereitschaft mancher Männer, diese starren Rollenmuster zu durchbrechen. Auch Männer kümmern sich um Kinder und können durch unzureichende Betreuungsangebote benachteiligt werden. Der Gender-Ansatz fragt nach den Auswirkungen politischen Handelns auf Frauen und Männer, genau genommen ist aber damit nicht das biologische Geschlecht gemeint, sondern das soziale. Es kommt auf die Geschlechterrolle an, die jemand wahrnimmt. Im Folgenden werden auch in dem Falle, dass die Rollen gemeint sind, die Begriffe „Frauen“ und „Männer“ verwendet.

Gleichstellungsbericht für Hamburg

Ein Gleichstellungsbericht, der alle Lebens- und Arbeitsbereiche von Frauen in Hamburg erfasst, ist einmal pro Legislaturperiode der Bürgerschaft vorzulegen.
Die bereits im Jahr 2011 vom Statistikamt Nord zum Gleichstellungsbericht und atlas der Bundesregierung für Hamburg vorgelegten Daten und der regelmäßige Frauenbericht für den öffentlichen Dienst sind in den Bericht einzubeziehen. Zu ergänzen sind insbesondere die fehlenden Daten/Untersuchungen zu Rollenbildern und Recht sowie aktualisierte Daten zu Bildung und Erwerbsleben. Zur Abbildung der einzelnen Lebens- und Arbeitsbereiche sind geeignete Indikatoren zu erarbeiten.

Allgemeine Gleichstellungsziele sind

  • Abbau von Einschränkungen durch Geschlechterrollen und -normen
  • Gleiche persönliche Freiheiten für Frauen und Männer
  • Gleiche berufliche Chancen für Frauen und Männer
  • Gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und
  • Männern sowie existenzsichernde eigene Einkommen für Frauen und Männer
  • Gleichstellung von Frauen und Männern bei der politischen Repräsentation und
  • Partizipation
  • Schutz vor Übergriffen jeder Art

Gender Mainstreaming

Zur Erreichung dieser Ziele soll das Gender Mainstreaming beitragen, für das die folgenden Grundsätze gelten:

  1. Geschlechtergerechte Ansprache Sowohl Frauen als auch Männer werden in Formularen, Schriftstücken, Texten im Intranet und Internet, Veranstaltungsankündigungen, Flyern und anderen Veröffentlichungen angesprochen oder bezeichnet.
  2. Geschlechterbezogene Datenerhebung und Datenanalyse Daten werden nach Geschlechtern differenziert erhoben, analysiert und dargestellt. Entsprechend dem Erfordernis sind soziale Dimensionen wie z.B. Alter, ethnische Herkunft, Einkommenssituation und Bildungsstand zu berücksichtigen. Die geschlechterbezogene Analyse der Ausgangssituation bildet die Basis für Entscheidungen von Senat und Behörden.
  3. Gleichberechtigter Zugang zu und gleichberechtigte Nutzung von öffentlichen Dienstleistungen Die unterschiedliche Wirkung von Dienstleistungen und Produkten auf Frauen und Männer wird berücksichtigt und fortlaufend systematisch hinterfragt Dienstleistungen und Produkte werden in einer für Frauen und Männer gleichermaßen annehmbaren Weise angeboten und umgesetzt
  4. Gleiche Teilhabe von Frauen und Männern Auf allen Entscheidungsebenen gibt es verbindliche Ziele für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis und es werden zu ihrer Erreichung Strategien auf allen Ebenen eingesetzt. Bei der Besetzung von Arbeitsgruppen, Projektteams, Kommissionen und Beiräten wird ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis beachtet. Öffentliche Einrichtungen und Arbeitsorte werden baulich so gestaltet, dass sie barrierefrei und ohne potentiell Angst erzeugende Situationen nutzbar sind. Die Bildungspolitik setzt Genderaspekte in den Lehrplänen um und achtet auf deren Einhaltung in Lernmitteln.
  5. Integration von Gleichstellung in Steuerungsinstrumente der FHH Die Politik steuert die Verwaltung nicht nur nach den klassischen fachlichen Kriterien, sondern definiert ergänzend dazu Gender Mainstreaming als Querschnittsaufgabe. Alle Ziele, die Personen betreffen, werden gleichstellungsorientiert definiert, in die Umsetzung fließen Überlegungen des Gender Budgeting ein. Selbstverständlicher Teil der Controllin-Routine ist die geschlechter(-rollen-)bezogene Auswertung der Ergebnisse, ggf. mit zielgerichteter Anpassung von Strategien und Maßnahmen.

Gleichstellungspolitische Initiativen von Hamburg:


Vergabeordnung

Mit der Vergabe von Aufträgen und Flächen steht die Stadt Hamburg in wirtschaftlichen Verbindungen zu privaten Unternehmen, denen künftig durch Änderung der Konditionen für die Vergabe Anreize zur Verbesserung der Situation zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben werden. Öffentliche Aufträge und Flächen werden danach nur noch an Firmen vergeben, die Gleichstellungspläne vorlegen und umsetzen.

Frauenpreise

Mit der Ehrenbürgerwürde und anderen Auszeichnungen ehrt der Senat Menschen, die sich besonders um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. In dem Rahmen wird er darauf hinwirken, dass künftig mehr Frauen vorgeschlagen und entsprechend geehrt werden. Gleichstellungspolitischen Initiativen von Firmen, Kammern oder anderer Einrichtungen, die mit der Verleihung von Ehrungen oder Preisen verbunden sind, unterstützt der Senat auf ideelle Weise, z.B. durch Übernahme von Schirmherrschaften.

Bundesratsinitiativen

Hamburg startet Bundesratsinitiative für ein Gleichstellungsgesetz in der Privatwirtschaft, das zur Entgeltgleichheit und gerechten Arbeitsplatzbewertung beiträgt. Diese muss auch dazu beitragen, dass die Beschäftigungsverhältnisse existenzsichernd sind

 

Gleichstellungspolitische Ansätze in Hamburg:

Die Arbeitswelt für Frauen und Männer gerecht gestalten

Noch nie haben auf dem Arbeitsmarkt so viele qualifizierte Frauen und Mädchen zu Verfügung gestanden, und gerade in Hamburg gilt es, die Arbeitsbedingungen entsprechend anzupassen und die prekären Arbeitsverhältnisse zurückzufahren. Dazu werden insbesondere Initiativen in den Bundesrat eingebracht, z.B. zur Abschaffung von Minijobs, Einführung von Mindestlöhnen und damit zu eigenständig existenzsichernden Einkommen, sowie einem Gleichstellungsgesetz in der Privatwirtschaft, das zu Entgeltgleichheit und gerechten Arbeitsplatzbewertungen führt.
Die Konditionen der Berufstätigen müssen über die Vermittlung von Bündnissen mit den Kammern und den Sozialpartnern auch weiter verbessert werden.

Armut von Frauen bekämpfen

Hamburg zählt zu den reichsten Regionen Europas. Dennoch liegt die Armutsquote der Frauen im Bundesdurchschnitt. 2010 war das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Diese trifft besonders Frauen, unter ihnen wiederum die Alleinerziehenden und führt zur Altersarmut, von der Frauen noch stärker betroffen sind als von der Lohnungerechtigkeit. Durch arbeitsmarktpolitische Instrumente muss mehr Frauen als bisher eine existensichernde Erwerbstätigkeit ermöglicht und damit auch das Risiko der weiblichen Altersarmut verringert werden.
Verbesserungsbedürftig ist die berufliche Fortbildung von Migrantinnen, gering qualifizierten und älteren Frauen.

Mobilität der Frauen erleichtern

Von großer Bedeutung für die Mobilität in einer Stadt wie Hamburg ist die Nahverkehrspolitik, für die besonders zum ÖPNV der Gender-Aspekt als Querschnittsthema sein muss.
Frauen und Mädchen (auch Männer, die Aufgaben übernehmen, die traditionell den Frauen zugeschrieben werden) nutzen besonders häufig den Öffentlichen Nahverkehr, ihre täglichen Aufgaben führen zu hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Sicherheit, Transparenz der Fahrpreisgestaltung. Durch den für Kinderbetreuung und Familienarbeit erforderlichen Einsatz von Kinderwagen und den Transport von Einkäufen wird guter Zugang und Erreichbarkeit – auch in Verbindung mit anderen Verkehrsmitteln – besonders wichtig. Dies gilt zunehmend auch für die älteren Frauen.

Stadtentwicklung auf Bedürfnisse und Interessen von Frauen ausrichten

Die Orientierung an den komplexen Anforderungen an Frauen und Mädchen ist ein wichtiger Aspekt von alltags- und frauengerechtem Planen und Bauen. Stadtteile, öffentlicher Raum und Gebäude müssen nicht nur dem Alltag Erwerbstätiger, sondern auch den Anforderungen von Haus- und Familienarbeit Rechnung tragen. Es ist Aufgabe von Politik und Verwaltung, diese Bedürfnisse zu thematisieren und zu berücksichtigen.

Wohnraum muss geschlechtersensibler gestaltet werden

Wohnformen und Wohnraumgestaltung sind dringend an den Erfordernissen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu orientieren. Alltags- und frauengerechterer Wohnungsbau sowie geschlechtersensible Freiraumgestaltung und mehr nachbarschaftliche Begegnungsmöglichkeiten müssen zur Verbesserung der Lebensqualität durch Erhöhung der Attraktivität städtischen Wohnens in Hamburg führen. Beispiele hierfür sind Mehrgenerationenhäuser u.ä.

Gleichstellung von Migrantinnen

Die Situation der Migrantinnen in Hamburg ist vielfältig. Ein besonders brennendes Problem stellt der Zugang zu einer dem erworbenen Berufs- und Hochschulabschluss entsprechend qualifizierten Beschäftigung und Entlohnung dar. Hiervon sind bundesweit 500.000 Menschen betroffen. Durch eine umfassende Anerkennung bzw. mit Unterstützung von gezielten Fortbildungen für Frauen und Mädchen ist diese Benachteiligung in Hamburg behebbar.

Gewalt gegen Frauen bekämpfen

Jede 3. Hamburgerin ist in irgendeiner Form Opfer von Gewalt, vor allem von häuslicher Gewalt. Noch stärker als bisher muss es zu konkreten Schutzanordnungen kommen. Darüber hinaus setzt sich Hamburg dafür ein, dass es zu einer bundesweiten Regelung für die Finanzierung der Frauenhäuser und ihren Betrieb sowie den Unterhalt der Frauen kommt.

Frauengesundheit

Männer werden anders krank als Frauen. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht nur körperlich voneinander, sondern haben oft auch andere Arbeits- und Lebensbedingungen.
Das führt zu spezifischen Krankheiten oder Krankheitsverläufen. Bisher galt meist der Mann als Normwesen für alle Gesundheitsaspekte und -maßnahmen, wobei die Frau nur als Sonderfall für die Gynäkologie wahrgenommen wurde. Therapien für Frauen waren – und sind – am männlichen Körper ausgerichtet. Demgegenüber stellen wir – möglichst bereits in der Forschung - die Berücksichtigung des Geschlechtes und der spezifischen, i.w. körperlichen Unterschiede im Interesse einer gleichwertigen gesundheitlichen Versorgung der Geschlechter sicher. Weitere Unterschiede wie z.B. Alter werden in einer frauengerechten Gesundheitspolitik ebenfalls Berücksichtigung finden.

Geschlechtergerechte Pädagogik

Zur Herstellung von Chancengleichheit wirkt das staatliche Bildungssystem durch individuelle Förderung darauf hin, dass sich die Menschen frei von geschlechtsspezifischen Rollenbildern entwickeln.
Pädagogische Konzepte zur Mädchenförderung werden weiter entwickelt und zügig umgesetzt. Durch geschlechtergerechten Unterricht wird sichergestellt, dass Mädchen sich gesellschaftliche Rollenvorstellungen als solche bewusst machen und sie reflektieren können. Sie sollen ihre eigenen Neigungen entwickeln, ihre Leistungsfähigkeit kennen lernen und z.B. auch Fähigkeiten auf naturwissenschaftlichem und technischem Gebiet als selbstverständlichen Bestandteil der eigenen Kompetenz wahrnehmen sowie die gleichberechtigte Teilung von Erwerbs- und Familienarbeit als Gesellschaftsmodell frühzeitig als normal und existenznotwendig empfinden.
Gender-Kompetenz ist als verpflichtender, prüfungsrelevanter Bestandteil der Pädagogenausbildung zu verankern.

Beitrag – 07.12.2009

Resolution "Kompetenz-Zentrum für Frauengesundheit"

Der Landesfrauenrat Hamburg e. V. fordert den Hamburger Senat auf, ein Kompetenz Zentrum für Frauengesundheit einzurichten.

Denn: Frauengesundheit braucht eine Adresse und einen Ort.

„Women’s Health Care Centers“ waren bereits 1994 in Wien eine zentrale Forderung der internationalen Konferenz über die Gesundheit von Frauen in Mittel- und Osteuropa.

Das Kompetenz-Zentrum für Frauengesundheit steht Frauen und Mädchen bei allen erdenklichen Fragen zu Frauengesundheit offen oder organisiert bzw. vermittelt Hilfe.

Zielsetzung ist es, die Selbstbestimmung der Frau in allen sie betreffenden gesundheit- lichen Situationen zu stärken.

Der Praxis-Ansatz heißt: Alles unter einem Dach.

Die gute medizinische Infrastruktur Hamburgs und eine Vielzahl frauenspezifischer Angebote und Projekte eignen sich für eine modellhafte Bündelung und Vernetzung.

Voraussetzung für das Kompetenz-Zentrum für Frauengesundheit ist ein hoher Grad an Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Es muss daher außerhalb bekannter staatlicher Einrichtungen niedrigschwellig angesiedelt werden, um über neue Strukturen neue Akzente im Gesundheitssystem zu ermöglichen.

Alle vorhandenen Ansätze freiwilliger Vernetzung zwischen Organisationen und Initiativen sowie behördlicherseits laufende Einzelmaßnahmen sind keine Koordination aller frauen- gesundheitsrelevanten Angebote an einem konkreten und für Frauen und Mädchen gut erreichbaren Ort.

Der Landesfrauenrat Hamburg e. V. fordert die Mitwirkung an den Entscheidungsprozessen über die Realisierung eines Zentrums für Frauengesundheit.

Beschlossen von der Mitgliederversammlung des Landesfrauenrates Hamburg e.V. am 07.12.2009

Adressat:

Senator Dietrich Wersich, Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucher- schutz

Zur Kenntnis:

Senator Dr. Till Steffen, Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg

Beitrag – 03.09.2007

Vertrauensschutz für LBK-Rückkehrerinnen

Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. fordert den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg auf, für eine zügige Vermittlung der Personen zu sorgen, die von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, von der Asklepios Hamburg GmbH zurückzukehren (sog. LBK-Rückkehrer). Über 60 % der 1936 RückkehrerInnen sind Frauen. Sie müssen entsprechend ihrer Qualifikation beschäftigt werden, keinesfalls darf ihnen gekündigt werden.

Begründung:

Dass der Senat die hohe Zahl der Rückkehrwilligen nicht richtig vorhergesehen hat, darf jetzt nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die meisten von ihnen sind Frauen (z.B. Verwaltungskräfte, Krankenschwestern und Pflegehelferinnen). Auch im Interesse der Patientinnen und Patienten muss Ihnen eine angemessene Perspektive eröffnet werden.

Beschlossen von der Mitgliederversammlung am 3. September 2007

Adressaten:

Staatsrat Dr. Volkmar Schön, Personalamt Bürgerschaftsfraktionen z.K. 

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